Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Änderung des Bebauungsplanes "Gewerbegebiet Kühberg" (Neue Wirtschaftliche Mitte) durch Deckblatt Nr. 3

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.10.2017   MGR/011/2017 
Beschluss:geändert beschlossen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss Nr. 329 vom 24.11.2015 hat der Marktgemeinderat die Änderung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Kühberg“ durch Deckblatt Nr. 3 beschlossen und gleichzeitig bestimmt, dass der ausgearbeitete Planvorentwurf vor Einleitung des entsprechenden Bauleitplanverfahrens dem Gremium zur Billigung vorzulegen ist.

 

Herr Fritz Bauer vom Büro KomPlan, Landshut, stellt die Planung detailliert vor:

 

  • Aufgabe und Zielsetzung der Planung

 

    • Art der zukünftigen Nutzung

-       Städtebauliche Integration sowie Definition der Gestaltung der baulichen Anlagen

-       Abgleich des Vorhabens mit den Anforderungen des Schallimmissionsschutzes

-       Ausbau und Gestaltung der Verkehrserschließung

-       Bereitstellung ausreichender Flächen für den ruhenden Verkehr

-       Integration von Grünstrukturen

 

    • Ziel

-       Bereitstellung von städtebaulich verträglichen Entwicklungsflächen

zur baulichen Nachverdichtung und Aufwertung im Umfeld des Gebietes für Wohnnutzungen, auch in Form altersgerechter Wohnformen und Wohnen mit Sozialbindung, - Gewerbeflächen - Geschäfts- und Büroflächen - Arztpraxen

-       Anlagen für soziale, kulturelle und gesundheitliche Zwecke sowie Friedhofsnutzung

-       Darin integriert werden Grünstrukturen für einen Quartierspark

 

  • Planungsvorgaben – Rechtslage

 

Der Umgriff ist gegenwärtig nicht vollständig baulich genutzt und stellt aktuell eine Gewerbenutzung nach gültigem Bebauungsplan dar.

    • Im Flächennutzungsplan ist die Nutzung ebenfalls auf Gewerbe ausgerichtet.
    • Im Süden wird das Gebiet durch Grünnutzung des Friedhofes begrenzt.

 

Abbildung 1: Bestehender Bebauungsplan

 

  • Verkehr:

 

Für das gesamte Umfeld des Geltungsbereiches einschließlich dessen Nutzungen wurde mit Datum vom April 2015 durch das Büro TRANSVER GmbH, München, ein Verkehrskonzept erarbeitet.

Abbildung 2: Verkehrskonzept Büro TRANSVER GmbH, München

 

·         Ergebnis und Zielsetzung im neuen Bebauungsplan:

 

-     Das Gebiet ist aus allen Richtungen über leistungsfähige

Erschließungstrassen bereits gut erschlossen

-      Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes mit Anbindung an sämtliche umliegenden Nutzungen

-     Ausbau und Neugestaltung der Raiffeisenstraße

-     Umgestaltung des Gutenbergringes mit Verkehrsberuhigung

 

  • Schallschutz

 

Begleitend zum Bauleitplanverfahren erfolgt durch das Sachverständigenbüro hoock-farny-ingenieure, Landshut, eine schalltechnische Begutachtung hinsichtlich Gewerbelärm und Straßenverkehrslärm.

 

 

Abbildung 3: Verkehrslärm Tagzeit

 

Abbildung 4: Verkehrslärm Nachtzeit

 

Abbildung 5: Gewerbelärm Tagzeit

 

·         Aufgabe

Die zukünftige Entwicklung des Standortes ist im Hinblick dieser immissionsschutzrechtlichen Anforderungen auszurichten.

Im Besonderen sind dabei der vorhandene Bestand sowie sämtliche umliegenden Nutzungen zu berücksichtigen (Bestandsschutz).

 

·         Ziel

Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum unter Berücksichtigung der bestehenden Gewerbenutzungen in der Gemengelage dieses Entwicklungsstandortes.

 

·         Ergebnis

Die vorliegende Planung ermöglicht unter der Nutzungszuordnung eines „Urbanen Gebietes“ nach § 6a BauNVO für die betreffenden Flächen eine immissionsschutzrechtlich verträgliche Entwicklung.

 

 

  • Bebauungsplanentwurf aufgrund der Vorgaben:

 

Abbildung 6: Bebauungsplanentwurf

 

Abbildung 7: Bauliche Entwicklung

 

·         Flächenbilanz:

 

Gesamtfläche:                                                                            72.140,00 m²

Erschließungsflächen (15,3 %):                                              11.025,00 m²

Grünflächen (7,8 %):                                                                   5.660,00 m²

Nutzflächen Gewerbe (24,5 %)                                               17.690,00 m²

Nutzflächen Urbanes Gebiet (33,8 %)                                   24.365,00 m²

Friedhofsgelände (Bestand)                                                    10.640,00 m²

Friedhofsgelände (Erweiterung)                                               2.760,00 m²

 

·         Einwohnerentwicklung:

 

Im Gebiet werden ca. 228 Wohneinheiten geschaffen, dabei ist von ca. 508 Einwohnern auszugehen.

 

In der Diskussion wird Folgendes erörtert:

 

·         Auf Nachfrage wird mitgeteilt, dass der zu überplanende Bereich Flächen für sozialen Wohnungsbau (Wohnungspakt Bayern) sowie seniorengerechtes Wohnen bereitstellt.

 

·         Die Bebauung in der vorgeschlagenen Größe wirkt sich erheblich auf die Verkehrssituation an der Raiffeisenstraße, der Goldtalstraße und dem Gutenbergring aus. Man könne wohl von zusätzlichen 300 Fahrzeugen ausgehen, die über die Goldtalstraße täglich fahren werden. Es werde ein Verkehrschaos befürchtet.

 

Dem wird entgegnet, dass die Fahrbahnbreite der Raiffeisenstraße bei 7 m bleiben wird, an beiden Seiten Längsparkplätze und an der Ostseite zusätzlich ein Geh- und Radweg vorgesehen sind. Weiterhin werden Tiefgaragen im Bebauungsplan festgesetzt. Im Übrigen habe das Verkehrskonzept die dauernde Leistungsfähigkeit der bestehenden Verkehrswege bestätigt.

 

·         Der Jugendtreff sollte als zwingende soziale Nutzung in den Bebauungsplan aufgenommen werden.

 

·         Die Höhenentwicklung mit teilweise vier Vollgeschossen sei nicht sinnvoll. Eine Reduzierung um ein Vollgeschoss sollte für das gesamte Gebiet angedacht werden. Hierzu wird entgegnet, dass die Höhenentwicklung mit der Anzahl der zu schaffenden Sozialwohnungen zusammenhänge.

 

·         Anstatt des Jugendtreffs sollte im Anschluss an das Shopping-Center ein Ärztehaus entstehen. Der Jugendtreff sollte weiter nördlich vorgesehen werden.

 

·         Die Vorgaben der Stellplatzsatzung sind im Bebauungsplanentwurf enthalten.

 

·         Nach der Bayerischen Bauordnung müssen bei Mehrfamilienhäusern entsprechende Spielplätze angelegt werden. In der öffentlichen Grünanlage könnte im Übrigen ein Kinderspielplatz mit einer Fläche von ca. 500 m² geschaffen werden (die Grünanlage habe eine Fläche von ca. 3.700,00 m²).

 

·         Aus dem Gremium wird die Bildung eines Gestaltungsbeirates und die Auslobung eines Wettbewerbes angeregt.

 

·         Für das Gebiet „Goldtal“ bestehe keine Busanbindung, diese müsse jedoch geschaffen werden.

 

·         Der im Bebauungsplan vorgesehene Parkplatz solle weiter westlich entstehen.

 

·         Der Verkehr solle zum Teil über den Gutenbergring geleitet werden. Hierzu wird mitgeteilt, dass hier eine entsprechende Trasse zur Anbindung an die Staatsstraße freigehalten worden ist.

 

·         Es werden Rückstauflächen für die Tiefgaragenzufahrten angeregt.

 

·         Die Friedhofserweiterung solle in der vorgesehenen Grünanlage umgesetzt werden.

 

·         Anstatt dem Fahrbahnteiler sollte eine Fußgängerunterführung unterhalb der Raiffeisenstraße entstehen.

 

·         Es wird eine tageszeitabhängige Einbahnstraßenregelung überlegt werden. Zudem könnte die Grünanlage mit einem kleinen See gestaltet werden.

 


 

Das Gremium einigt sich ohne Abstimmung darauf, dass die einzelnen Fraktionen bis 20.11.2017 der Verwaltung die Änderungsvorschläge schriftlich unterbreiten sollen.