Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Umbau, Funktionsverbesserung und Sanierung des Kurhauses

BezeichnungInhalt
Sitzung:30.05.2017   MGR/006/2017 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 20, Nein: 1
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Der Marktgemeinderat hat mit Beschluss Nr. 566 vom 31.05.2011 die damals erarbeitete Planung zum Umbau sowie zur Sanierung und Funktionsverbesserung des Kurhauses beschlossen.

 

Die einst erarbeitete Planung hätte gravierende Eingriffe in die vorhandene Gebäudesubstanz zur Folge gehabt. Hintergrund waren hierzu auch die Vorgaben der Regierung von Niederbayern, die eine Bezuschussung nur dann in Aussicht gestellt hat, wenn erhebliche Eingriffe an der vorhandenen Bebauung umgesetzt werden.

 

In der Sitzung am 28.06.2011 wurde im Einvernehmen mit dem Gremium die weitere Ausarbeitung der Planung zurückgestellt (TOP 9 – Verschiedenes).

 

Im vergangenen Jahr wurden erneut Gespräche mit der Regierung von Niederbayern geführt. Bevor weitere Planungen -auch in Bezug auf die Dachsanierung- erfolgen, wurde dem Markt Bad Abbach zur Auflage gemacht, ein Interessen­bekundungs­verfahren durchzuführen. Dies ist erfolgt. Es gingen jedoch beim Markt Bad Abbach keine Angebote ein.

 

Die Planungsarbeiten wurden in der Zwischenzeit -auch im Hinblick auf die im Haushalt 2017 vorgesehenen Mittel für die Dachsanierung- fortgeführt.

 

Herr Frank Stürzl vom Büro Stürzl Planung und Projektmanagement stellt dem Gremium die überarbeitete Fassung der Planung vor:

 

  • Es handle sich um eine bestandsnahe Sanierung, die in den einzelnen Ebenen folgende Schwerpunkte setze:

 

  • Erdgeschoss:

 

·         Es werde ein neuer Zugang an der Nordseite des Gebäudes in das Erd- und Untergeschoss entstehen. Das Untergeschoss wird freigelegt, damit die dort befindlichen ehemaligen Fernsehräume mit Fenstern versehen werden können.

 

·         Die derzeit verwinkelte Situation im Verwaltungsbereich werde umstrukturiert.

 

·         Im Bereich des bisherigen Haupteingangs entsteht ein Saal, der durch den angeschlossenen Toilettenbereich der Verwaltung und einen eigenen Zugang isoliert vom Kurhaus genutzt werden könne.

 

·         Im Norden entstehe eine optimierte Catering-Anbindung.

 

·         Die Überschneidung von Anlieferung und Fußgängerbereiche werde unterbunden.

 

·         Der Catering- und Zugangsbereich werde überdacht.

 

·         Die Südfassade werde beim Treppenhaus und beim südwestlichen Teil des Foyers durch Fenster geöffnet.

 

·         Der südwestliche Teil des Foyers wird durch eine Glaskonstruktion abgetrennt und könne so für kleinere Veranstaltungen genutzt werden.

 

  • Obergeschoss:

 

·         Die Galerie solle im östlichen Teil bis zum Ende des neuen Saales abgebrochen werden. Ebenso könne die vorhandene Spindeltreppe entfallen. Dies habe brandschutztechnische Gründe, da der Bereich nicht als Aufenthaltsraum genutzt werden kann.

 

·         Der westliche Teil der Galerie werde zum Foyer abgetrennt und diene künftig als Lagerfläche und für den Zugang zu den Technikräumen des Kursaals. Die Zugänglichkeit ist über den vorhandenen Fahrstuhl gegeben und werde durch eine Einschubtreppe ergänzt.

 

  • Untergeschoss:

 

·         Die bestehenden Garderoben werden aufgelöst und dafür zwei Lagerräume geschaffen.

 

·         Die bestehenden „Fernsehräume“ werden zu Multifunktionsräumen umgewandelt. Dazu wird die Aufschüttung nördlich entfernt und entsprechende Fenster eingebracht. Die Räumlichkeiten erhalten einen eigenen barrierefreien Zugang sowie eine kleine Toilettenanlage und können somit ebenfalls isoliert vom Kurhaus genutzt werden.

 

 

In der Diskussion wird Folgendes thematisiert:

 

  • Mit der Regierung von Niederbayern werde in Kürze ein Gespräch wegen der Förderung der erstellten Vorplanung geführt. Ergebnis der Planung ist u.a. eine erhebliche Funktionsverbesserung.

 

  • Entgegen der Auffassung von einigen Gremiumsmitgliedern kann eine Reparatur des Daches ohne ein Gesamtkonzept und eine entsprechende Förderzusage, z.B. durch die Erteilung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns, nicht förderunschädlich durchgeführt werden.

 

  • Auf Nachfrage wird mitgeteilt, dass eine Kostenschätzung der Maßnahme derzeit nicht aussagekräftig ist und eine solche aus diesem Grunde auch nicht erstellt wurde. Vom Gremium müsse lediglich beurteilt werden, ob man weitere Planungen unter Hinzuziehung der einzelnen Fachplaner aufnehmen solle. Dann werden die Kosten im Rahmen einer Kostenberechnung ermittelt.

 

  • Hinsichtlich der Fassadengestaltung werden derzeit einige Alternativen erarbeitet, die dem Gremium nach Fertigstellung vorgelegt werden.

 

  • Die Galerie könne aus Kostengründen bestehen bleiben und evtl. als Lagerfläche genutzt werden. Dies schränke jedoch die Gestaltung des Saales ein.

 

  • Auf Nachfrage wird mitgeteilt, dass die ausstehenden Pläne für die Bestuhlung, den Brandschutz, die Fluchtwege etc. zusammen mit dem entsprechenden Fachplaner erstellt werden. Das Gebäude habe derzeit Bestandsschutz, müsse aber durch die erarbeitete Planung von Seiten des Brandschutzes neu überdacht werden.

 

  • Im Zuge der Gespräche beim Landratsamt Kelheim hinsichtlich der Haushaltsgenehmigung für das Jahr 2017 konnte der Ansatz der Maßnahme „Dachsanierung Kurhaus“ im Haushalt durchgesetzt werden. Jetzt müsse man die entsprechenden Schritte einleiten und das nun bestehende zukunftsfähige Konzept weiterverfolgen.

 

  • Im Gegensatz zu der aus dem Gremium geäußerten Auffassung, alle finanziellen Mittel auf den Bereich der Schulen zu konzentrieren, müsse aber auch die Substanz des Kurhauses mit den sich damit ergebenden zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten für den Markt Bad Abbach erhalten werden.

 

  • Die Verschuldung des Marktes Bad Abbach wurde seit der Übernahme der Einrichtungen des Zweckverbandes zur Förderung des Kurbetriebes und der damit verbundenen Übernahme der Schulden in Höhe von ca. 1,5 Mio. € im Jahr 2007 kontinuierlich von ca. 14 Mio. € auf derzeit ca. 10 Mio. € reduziert. In Gesprächen mit der Regierung von Niederbayern und den Staatsministerien hinsichtlich der finanziellen Situation des Marktes Bad Abbach wurde diese als nicht ungewöhnlich schlecht eingestuft. Hier gäbe es in Bayern viele andere Gemeinden mit einer weitaus schlechteren finanziellen Situation.

 


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat beschließt, den Beschluss Nr. 567 vom 31.05.2011 aufzuheben. Das Gremium billigt den vorliegenden Planentwurf und beauftragt die Verwaltung, die weiteren Schritte mit den einzelnen Fachplanern zu erarbeiten. Bezüglich der Fördermöglichkeiten der Maßnahme sollen die entsprechenden Gespräche mit der Regierung von Niederbayern geführt werden.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

21

Ja-Stimmen:

20

Nein-Stimmen:

1

 

 

Beschlussnummer:

660