Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Nachhaltiger Umgang mit öffentlichen Grünflächen,

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.02.2015   MGR/002/2015 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 25, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Das Gremium wurde in der Sitzung am 25.11.2014 darüber informiert, dass der o.g. Antrag beim Markt Bad Abbach vorliegt.

 

Herr Franz Nadler, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege beim Landratsamt Kelheim, erläutert dem Gremium die Grundsätze des nachhaltigen Umgangs mit öffentlichen Grünflächen:

 

 

  • Ziele eines nachhaltigen Umgangs mit Grünflächen

    • Reduzierung der Versiegelung und Inanspruchnahme von Grünflächen – „Hier blüht es für Bienen, Hummeln & Co. – Netzwerk Blühende Landschaft“,
    • Vernetzung der Grünflächen,
    • Schaffung von Nahrungsangeboten für Insekten,
    • Erhöhung der Lebensqualität,
    • Schaffung von Natur-Erfahrungsräumen.

    •  
  • Naturnahe Pflege von Grünland

 

    • Keine Frühmahd mehr durchführen, ein späterer Mahdzeitpunkt ist zu bevorzugen.
    • Die Mahdhäufigkeit ist zu reduzieren.
    • Die Randstreifen, z.B. neben Hecken, sollen stehenbleiben.
    • An Straßen sollen nur die Sicherheitsbereiche wie bisher gemäht werden.
    • Es muss gestaffelt gemäht werden, um nicht alle Blüten gleichzeitig zu entfernen.
    • Es muss eine schonende Mähtechnik verwendet werden (Messerbalkenmäher anstatt Mulchsauger).
    • Das Mähgut muss zeitnah abgeräumt werden, also nicht zu lange liegenlassen.
    • Die Düngung muss minimiert bzw. ganz eingestellt werden.

 

 

  • Neuanlage von Blühflächen
    • Ansaat von einjährigen Blühmischungen im Innerortsbereich. Hierzu wird auf die Aktion „Niederbayern blüht auf“ im Rahmen der Landesgarten-schau in Deggendorf verwiesen.
    • Nachteilig bei den einjährigen Blühmischungen ist, dass hier exotische Arten verwendet werden, die Ansaat jährlich erfolgen muss und Probleme mit Unkräutern auftreten.
    • Die Ansaat von mehrjährigen, heimischen Wildblumenwiesen ist  aufwändiger und teurer, dafür im Unterhalt wesentlich günstiger. Es werden für die Insekten neben den Bienen und Hummeln auch Lebens- und Nahrungsräume für Schmetterlinge, Wildbienen, Blattkäfer und Blattwespen geschaffen.

 

 

  • Weitere Möglichkeiten für die Schaffung naturnaher Flächen

 

    • Staudenmischpflanzungen im öffentlichen Grün,
    • Pflanzung von Hecken und heimischen Gehölzen,
    • Pflanzung von Streuobstwiesen,
    • Dach- und Fassadenbegrünungen,
    • Selbstbegrünung von offenen Flächen unter Verzicht auf Humusierung,
    • Oberbodenabtrag in vorhandenen Flächen für Ansaat oder Sukzession (bei „fetten“ Böden erforderlich),
    • offene Bodenstellen für Wildbienen und Grabwespen anlegen,
    • Aufstellung von Insektenhotels.

 

 

  • Organisatorische Lösungsansätze für kommunale Grünflächen

 

    • Aufstellung eines Flächenkatasters,
    • Erstellung eines Pflegeplanes,
    • Bilanzierung der Pflegekosten,
    • externe Finanzierungswege erschließen (z.B. Pflegepatenschaften),
    • Aufnahme in Ausgleichsflächenplanung,
    • Erstellung einer begleitenden Dokumentation,
    • Akzeptanzförderung durch Vorträge, Pressekampagne, Beschilderung der Grünflächen, Informationen im Gemeindeblatt,
    • Qualifikation der Bauhofmitarbeiter (auf das Grünpflegeseminar im März 2015 wird hingewiesen).

 

 

In der anschließenden Diskussion wird Folgendes erörtert:

 

  • Die Schaffung entsprechender Flächen sollte im Einklang mit den Erfordernissen des Kurortes erfolgen.

  • Die Flächen sollten mit den Erfordernissen der Landwirtschaft ausgewählt werden, um einen erhöhten Einsatz von Bekämpfungsmitteln zu vermeiden.

 

  • Durch die Anlage von mehrjährigen Anpflanzungen werden ca. 300 Insektenarten angesiedelt.

 

  • Ausgleichsflächen müssen bei Bauleitplanungen sowieso geschaffen werden. Hierzu wurde vom Markt Bad Abbach bei Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung ein „Ökokonto“ erstellt.

 


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat befürwortet den nachhaltigen Umgang mit öffentlichen Grünflächen. Die Angelegenheit wird zur weiteren positiven Behandlung an den Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss verwiesen.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

24

Ja-Stimmen:

24

Nein-Stimmen:

0

 

 

Beschlussnummer:

177

 

Herr Marktgemeinderat Christian Hanika ist zum Zeitpunkt der Beschlussfassung nicht im Sitzungssaal.