Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Vorstellung des Verkehrskonzepts für die neue wirtschaftliche Mitte von Bad Abbach

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.02.2015   MGR/002/2015 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 25, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Mit Schreiben vom 04.09.2014 wurde das Büro TRANSVER GmbH, Maximilianstr. 45, 80538 München, mit den Verkehrsuntersuchungen zu o.g. Konzept beauftragt.

 

Die Verkehrszähldaten wurden im November 2014 erfasst.

 

Herr Dipl.-Ing. Ulrich Glöckl, Leiter der Verkehrsplanung des Büros TRANSVER GmbH, stellt dem Gremium das Ergebnis der Untersuchungen vor:

 

  • Bestandsaufnahme

 

Um die Verkehrsentwicklung beurteilen zu können, wurden Zählungen des motorisierten Individualverkehrs (mIV) durchgeführt und nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) eingeordnet.

 

Dabei wurden folgende Gesichtspunkte mit berücksichtigt:

 

    • Bestandsaufnahme der Infrastrukturprojekte (Siedlungsgebiete für die nächsten drei Jahre, Rahmenplan der Raiffeisenstraße aus dem Jahre 2012, Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept – ISEK aus dem Jahr 2010, Verkehrskonzept „Goldtal“ aus dem Jahr 2009).

 

    • Bestandsaufnahme der verkehrsintensiven Projekte (REWE-Markt mit Tankstelle, Pflegeeinrichtung Raiffeisenstraße).

 

    • Bestandsaufnahme des nicht motorisierten Individualverkehrs (nmIV) und des ÖPNV (Wegeverbindungen Rad- und Fußgängerverkehr, Busverbindungen, Bahnanbindung).

 

    • Verkehrszählung im Jahr 2014

 

Die Verkehrszählungen wurden am 17.11.2014 von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr und am 18.11.2014 von 06:00 Uhr bis 10:00 Uhr durchgeführt.

 

Weiterhin ist eine Dauerzählstelle an der Regensburger Straße (St 2143) vom 18.11.2014 bis 24.11.2014 eingerichtet worden.

 

Zusätzlich wurden die Zahlen der Straßenverkehrszählung 2010 mit berücksichtigt:

 

      • Kfz-Verkehr: 2010: 9.447, 2005: 9.209
      • Schwerverkehr: 2010: 287, 2005: 402

 

Folgende Knotenpunkte wurden genauer untersucht:

 

      • K1: Einmündungsbereich Römerstraße – Raiffeisenstraße (beim

      Rathaus)

      • K2: Kreisverkehr Raiffeisenstraße – Kühbergstraße –

      Regensburger Straße

      • K3: Einmündungsbereich Regensburger Straße – Oberndorfer

      Straße (Unterführung B16)

    • Die angeordneten Höchstgeschwindigkeiten wurden berücksichtigt. Dabei ist aufgefallen, dass an der Regensburger Straße (Staatsstraße 2143) in Teilbereichen die Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h begrenzt ist, was sehr ungewöhnlich sei.

 

    • Folgende durchschnittliche tägliche Verkehrszahlen konnten so ermittelt werden:

 

Bereich Staatsstraße:

Regensburger Straße (Staatsstraße 2143):          11.900 Fahrzeuge

Raffeisenstraße (Kreisverkehr)                               11.300 Fahrzeuge

Raiffeisenstraße (Rathaus)                                        7.600 Fahrzeuge

Römerstraße (REWE)                                                 7.400 Fahrzeuge

 

Regensburger Straße (Tanzcafe Ardelean)            5.800 Fahrzeuge

Regensburger Straße (Abzweigung Oberndorf)     4.800 Fahrzeuge

 

Kaiser-Heinrich-II.-Straße                                          3.400 Fahrzeuge

Oberndorfer Straße                                                     3.100 Fahrzeuge

 

Römerstraße (Ortsstraße Sparkasse)                      4.000 Fahrzeuge

Kühbergstraße                                                             4.100 Fahrzeuge

 

 

  • Leistungsfähigkeitsprüfung

 

Die Knoten 1 bis 3 haben in den Analysefällen der Morgen- und Abendspitze derzeit alle die Qualitätsstufe A mit geringen Wartezeiten (beste Wertung).

 

Das Verdichtungspotenzial (REWE-Markt, Vollstationäre Pflegeeinrichtung Raiffeisenstraße, Bebauung Watzinger-Gutenbergring, Bebauungspläne „Gärtnersiedlung“, „Ökosiedlung Kreuzspitz“, „Theodor-Storm-Straße“, „Am Wallnerberg“, „Weichs“ und „Regensburger Straße“) für die nächsten drei Jahre wurde in die Betrachtung mit eingerechnet.

 

Weiterhin wurde für die nächsten dreißig Jahre eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens um 6,6 % mit einbezogen (Wachstumsfaktoren lt. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung).

 

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die vorhandenen Straßen und Knotenpunkte dauernd leistungsfähig sind. Bei den Knoten 1 und 2 verringert sich die Qualitätsstufe von A auf B bzw. C. Ein Handlungsbedarf an diesen Knotenpunkten ist trotz der o.g. Faktoren auch in den nächsten 30 Jahren nicht gegeben.

 

Die Errichtung einer Verbindungsstraße zwischen der Goldtalstraße und der Goethestraße im Bereich des Bebauungsplangebietes „Gärtnersiedlung“ ist nicht sinnvoll, da zum einen das vorhandene Straßennetz den Verkehr jetzt und in Zukunft verkraftet und zum anderen dadurch eine teilweise Verlagerung des Verkehrs in „Wohnbereich“ erfolgt.

 

 

  • Wegeverbindungen nicht-motorisierter Individualverkehr (nmIV)

 

Die Raiffeisenstraße hat hier eine Trennwirkung. Die Schulen sind daher von den östlich der Raiffeisenstraße liegenden Wohngebieten schlecht erreichbar.

 

Hier sollte eine weitere gesicherte Fußgängerquerung in Verlängerung des bestehenden Fußweges am Mittersteiggraben errichtet werden.

 

Weiterhin sollte die Errichtung von Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) am Kreisverkehrsplatz Regensburger Straße – Raiffeisenstraße – Kühbergstraße angedacht werden.

 

Beim REWE-Markt sollte die Errichtung einer Querungshilfe für Fußgänger erfolgen.

 

Zwischen der Goldtalstraße und der Goethestraße sollte im Bebauungsplan-gebiet „Gärtnersiedlung“ ein Geh- und Radweg als Verbindungsweg vorgesehen werden, nachdem die Schaffung einer Verbindungsstraße in diesem Bereich nicht sinnvoll ist.

 

  • Öffentlicher Personennahverkehr (Bahn und Bus)

 

Die Anbindung an den Bahnverkehr ist durch die geografische Lage des Bahnhofes in Lengfeld sehr differenziert zu betrachten. Die Fa. Agilis als Betreiber der Nahverkehrslinie Regensburg – Ingolstadt bietet hier ein sehr umfassendes Angebot an. Leider ist der Bahnhof sehr abgelegen und nicht an die Buslinien des RVV und VLK angebunden.

 

Denkbar wäre hier der Einsatz eines Bedarfsbusses durch den Markt Bad Abbach (Bürgerbus, Anruftaxi etc.).

 

Im Bereich der Buslinien ist ein sehr gutes Angebot des ÖPNV vorhanden.

 

Bezüglich des Layouts der Busfahrpläne ist hier jedoch auf Grund der unterschiedlichen Taktungen ein Verbesserungsbedarf gegeben. Dies könnte vom Markt Bad Abbach für die örtlichen Verhältnisse übersichtlicher gestaltet und auf der Homepage des Marktes veröffentlicht werden.

 

 

In der Diskussion werden folgende Themen erörtert:

 

  • Die Schaffung einer zweiten Anbindung des Bebauungsplangebietes „Goldtal“ wird seit Jahren diskutiert und war bisher immer für die Überarbeitung des Bebauungsplangebietes „Gärtnersiedlung“ eine Grundüberlegung. Aus dem Gremium wird angefragt, wie denn bei Unfällen, Bränden etc. die Rettungskräfte bei nur einer Zufahrt in dieses Gebiet gelangen sollen.

 

Von Seiten des Büros TRANSVER GmbH wird dazu ausgeführt, dass im Bereich des Bebauungsplangebietes „Gärtnersiedlung“ ein Geh- und Radweg in großzügiger Breite als „Notweg“ geschaffen werden solle, über den die Rettungskräfte in das Gebiet „Goldtal“ gelangen können. Weiterhin könne die Polizei bei einem Unfall diesen Weg für den Kfz-Verkehr bis zur Räumung der Unfallstelle für den Verkehr freigeben.

 

  • Aus dem Gremium wird angefragt, welche Nachteile bei einer Schaffung der zweiten Anbindung auftreten würden.

 

Das Büro TRANSVER GmbH erläutert dazu, dass durch die Schaffung dieser zweiten Anbindung die Goldtalstraße und der Gutenbergring zu stark belastet werden würden.

 

Erst bei einer Verdoppelung bzw. Halbierung des Verkehrsaufkommens wird von den Anliegern die Hörbarkeitsschwelle von 3 dB (A) bewusst wahrgenommen.

 

Für den Gutenbergring und die Goldtalstraße bedeute dies, dass diese Hörbarkeitsschwelle erreicht werden würde, während es an der Kühbergstraße zu keiner hörbaren Verminderung des Verkehrs komme.

 

Aus diesen Gründen sei es besser, den Verkehr über die Kühbergstraße und die Raiffeisenstraße zu führen und diese beiden Straßen stärker zu belasten.

 

  • Hinsichtlich der Aufteilung des Verkehrs bei Schaffung der Verbindung von der Goldtalstraße zur Goethestraße wird vom Büro TRANSVER GmbH mitgeteilt, dass dies nur mit Verkehrsbefragungen ermittelt werden könnte.

 

  • Eine Verbindung des Bebauungsplangebietes „Goldtal“ mit dem Bebauungsplangebiet „Heidfeld“ wurde ebenfalls nicht geprüft, da diese Verbindung wegen der bestehenden Bebauung in der Kleiststraße nicht geschaffen werden kann.

 

  • Die Anbindung des Gutenbergringes zur Goldtalstraße führe derzeit schon zu Wartezeiten.

 

Hierzu wird mitgeteilt, dass die Ursache an den errichteten Parkplatzflächen entlang der Goldtalstraße zu suchen sei. Diese „Längsparker“ wurden auf Wunsch der Anlieger geschaffen, um die Geschwindigkeit in der Goldtalstraße zu reduzieren. Falls sich die Situation weiter verschlechtern würde, kann man dies durch die Entfernung dieser Parkplätze lösen und den Verkehrsfluss wieder verbessern.

 

  • Eine zusätzliche Untersuchung einer Verbindungsstraße zwischen Goethestraße und Goldtalstraße mit weiterführender direkter Anbindung des Gutenbergringes westlich des Shopping-Centers an die Staatsstraße ist nach Auffassung des Büros TRANSVER GmbH nicht sinnvoll, da der Verkehr dann verteilt werden würde.

    Wenn dies trotzdem beauftragt werden würde, müssten Befragungen durchgeführt werden. Lt. den Aussagen des Büros TRANSVER GmbH bestehe hier jedoch keine Notwendigkeit, da das Staatliche Bauamt einer zusätzlichen Anbindung innerhalb von ca. 200 m wohl nicht zustimmen würde.

 

  • Bezüglich der Anbindung des Bahnhofes wird aus dem Gremium erklärt, dass der Bahnhof keinen geografischen Bezug zum Hauptort Bad Abbach hat und die Busanbindung nach Regensburg viel effektiver und schneller sei, als die Schaffung einer gemeindeeigenen Buslinie zum Bahnhof.

 

  • Aus dem Gremium werden die Planungen der Stadt Regensburg zur Errichtung einer Südspange von der Bundesautobahn A93 nach Osten mitgeteilt, die auch Auswirkungen auf die Raiffeisenstraße haben könnten.

 

Hierzu wird vom Büro TRANSVER GmbH mitgeteilt, dass dies keine Auswirkung auf die Situation Gutenbergring – Goldtalstraße und Bebauungsplangebiet „Goldtal“ sowie auf die Ergebnisse des Verkehrskonzeptes habe.

 


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat nimmt das Verkehrskonzept, welches vom Büro TRANSVER GmbH vorgestellt wurde, zur Kenntnis.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

25

Ja-Stimmen:

25

Nein-Stimmen:

0

 

 

Beschlussnummer:

176