Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf dem Grundstück Flur-Nr. 340, Gemarkung Lengfeld

BezeichnungInhalt
Sitzung:30.10.2012   MGR/010/2012 
Beschluss:geändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 8, Nein: 14
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss-Nr. 678 vom 27.03.2012 hat der Marktgemeinderat einen Antrag der Fa. D’Sun scheint schee GmbH & Co. KG, Marienplatz 1, 93309 Kelheim, auf Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf dem Grundstück Flur-Nr. 340, Gemarkung Lengfeld, zurückgestellt.

 

Zur weiteren Beurteilung und Entscheidungsfindung wurde dem Antragsteller aufgegeben, eine Standortuntersuchung durchführen zu lassen, wobei insbesondere die Vereinbarkeit mit der regionalplanerischen Zielsetzung, mit den Belangen der Denkmalpflege und den möglichen Immissionen durch das in unmittelbarer Nähe angesiedelte Gewerbe zu prüfen ist.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass nach Prüfung der Sachlage und Beurteilung der beantragten Fläche im Zuge alternativer Standorte im näheren Betrachtungsfeld der vorhandenen Bahnlinie der Standort als durchaus geeignet für die Errichtung einer Photovoltaikanlage erscheint.

 

Bezüglich der Belange der Bodendenkmalpflege wurden zwischenzeitlich in Absprache mit dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege Schürfen vorgenommen.

Befunde, die weitere archäologische Ausgrabungen erforderlich machen, wurden nicht festgestellt.

 

Von der Fa. Kunzendorf werden im Schreiben vom 03.10.2012 an den Markt Bad Abbach folgende Punkte gegen die beantragte Photovoltaikanlage vorgebracht:

 

1. Unbefestigter Flurweg

Der Flurweg (Fischbachweg) parallel zum Gleis, der in Höhe des Betriebsgeländes der Fa. Kunzendorf beginnend zum Bahnhof führt, ist nicht befestigt. Er wird verschiedentlich genutzt (Liefer-und Paketdienste, Landwirtschaft, Privatfahrzeuge usw.). Bei trockener Witterung ist das Befahren mit erheblicher Staubentwicklung verbunden. Den Betreibern der potenziellen PV-Anlage muss klar sein, dass dies zu Leistungsverlusten und erhöhtem Reinigungsbedarf der Module führen kann, den sie ggf. in Eigenregie und auf eigene Rechnung zu erbringen haben.

 

2. 50 Hz-Problematik

Der Fa. Kunzendorf ist nicht bekannt, wo, wie und mit welcher Leistung eingespeist werden soll. Bekannt ist aber, dass es durch Großanlagen zur sog. 50-Hz-Problematik kommen kann, in deren Folge auch die Nutzer benachbarter kleiner PV-Anlagen betroffen sein bzw. Schaden nehmen können. Es wird gebeten, den Betreibern der potenziellen Großanlage aufzuerlegen, das 50-Hz-Problem gesondert zu prüfen verbunden mit der Verpflichtung, ggf. erforderliche Gegenmaßnahmen durch den Netzversorger ausführen zu lassen. Andernfalls sollte den Betreibern auferlegt werden, für mögliche Schäden oder Ausfälle bei benachbarten PV-Anlagen aufzukommen.

 

3. Sicherheitsproblematik

Große PV-Anlagen stellen aus kriminalistischer Sicht ein erhöhtes Risiko dar. Es wird gebeten, den Betreibern der potenziellen Großanlage aufzuerlegen, ein Sicherheitskonzept vorzulegen. In diesem Zusammenhang müssen auch die Interessen der Anlieger (u.a. Fa. Kunzendorf und Fa. Englmann), die von Sicherungsmaßnahmen der Betreiber betroffen sein können, vor der Umsetzung angehört und bei der Ausführung berücksichtigt werden.

 

Folgende Punkte werden vom Gremium ausführlich angeführt:

 

  • Die geplante Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) liege zwar an der Bahnstrecke, aber auch zu nah an der bestehenden Wohnbebauung.

  • Die 50-Hz-Problematik kann durch geeignete technische Maßnahmen durch die E.ON gelöst werden. Dabei werden Anlagen mit einem Leistungsvermögen von mehr als 10 kw/h mit einer automatischen Abschaltung aus- bzw. nachgerüstet.


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat beschließt, auf dem Grundstück Fl.-Nr. 340 der Gemarkung Lengfeld eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zuzulassen. Hierfür sind die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes zu veranlassen.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

22

Ja-Stimmen:

8

Nein-Stimmen:

14

 

 

Beschlussnummer:

785

 

Aufgrund des Abstimmungsergebnisses ist der Antrag auf Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage somit abgelehnt.