Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Vorstellung des Energiekonzeptes

BezeichnungInhalt
Sitzung:18.09.2012   MGR/009/2012 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 20, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Bürgermeister Ludwig Wachs erteilt hierzu Herrn Dipl.-Ing. (FH) Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Hochschule Amberg-Weiden das Wort.

 

Dem Gremium werden ausführlich der Aufbau und die Konzeption des Energienutzungsplanes erläutert.

 

·        Potentiale an Erneuerbaren Energien

 

o   Solarthermie und Photovoltaik

 

Geeignete Dachflächen:                                 168.400,00 m²

 

§  Solarthermie

(60 % des Warmwasserbedarfs der Privaten Haushalte)

 

Erforderliche Kollektorfläche                13.200,00 m²

Bereits installiert:                                       2.382,00 m³

Ausbaupotential:                                     10.800,00 m²

Wärmeproduktion:                             3.970.000,00 kWh/a

 

§  Photovoltaik

(70 % der übrigen geeigneten Dachfläche)

 

Gesamtpotential:                                      16.000,00 kWp

Bereits installiert:                                        4.961,00 kWp

Ausbaupotential:                                     11.000,00 kWp

Stromproduktion:                              14.400.000,00 kWh/a

 

o   Biogasnutzung:

 

Die Biogasnutzung wurde mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgestimmt.

 

§  Nutzung von 25 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche

§  Nutzung von 60 % des gesamten Gülleanfalls

§  Nutzung von Bioabfällen

§  Räumlich naheliegende Biogasanlagen außerhalb des Gemeindegebietes konnten nicht berücksichtigt werden.

§  Elektrisches Gesamtpotential:                 1.530,00 kWel

 

o   Windkraft

 

Das Windkraftpotential wurde anhand des technisch nutzbaren Potentials nach dem aktuellen Stand der Technik unter Analyse und Bewertung des Marktgebietes mit den hier herrschenden Windgeschwindigkeiten bewertet (Bayerischer Windatlas ab 5 m/s).

 

Naturschutzgebiete wurden nicht berücksichtigt.

 

Um aussagekräftige Ergebnisse erhalten zu können, müssen Windmessungen und detaillierte Planungen von Experten aus der Windenergieanlagenplanung durchgeführt werden.

 

Derzeit ist daher kein elektrisches Zubaupotential vorhanden.

 

·        Wärmekataster

 

Geprüft wurden neben den beiden Netzen bei den Schulen noch zwei weitere Varianten. Die Trasse Klinikum/Kaiser-Therme ist nicht wirtschaftlich, da bereits die Therme und auch das Klinikum eigene Blockheizkraftwerke betreiben. Die Trasse Klinikum/Kurhaus ist nicht möglich, da das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Klinik bereits ausgelastet ist. Somit wurden nur noch die Netze bei den Schulen näher untersucht. Dabei wurden immer folgende Varianten gerechnet:

 

Variante 0:

Ersatz der bestehenden Heizung durch dezentrale Erdgasfeuerung (Referenzvariante)

Variante 1:

Biomethan-BHKW mit Eigenstromnutzung und Spitzenlastkesseln

Variante 2:

Erdgas-BHKW mit Stromeinspeisung und Spitzenlastkesseln

Variante 3:

Pellet-Heizwerk mit Spitzenlastkesseln

Variante 4:

Hackschnitzel-Heizwerk Spitzenlastkessel

 

o   Netz 1: Rumpfnetz Schulzentrum

 

o   Netz 2: Rumpfnetz Schulzentrum & Erweiterung Carl-Heindl-Straße

·        Empfehlung Nahwärmeverbundlösung – Notwendige nächste Schritte

 

o   Einigung über Betriebsform (Eigenbetrieb, Contracting, Genossenschaft…)

o   Beauftragung eines Planungsbüros (Ausführung Ausschreibung)

o   Mögliche Begleitung durch das Institut für Energietechnik IfE GmbH:

o  Technische und wirtschaftliche Bewertung, z. B. Vergleich von

Contractingangeboten

o  Unterstützung bei der Gestaltung der Vorverträge

o  Begleitung bei Wärmepreisgestaltung: Hausanschlusskosten, Baukostenzuschuss, Grund-, Leistungs-, Arbeitspreis…

o  Unterstützung bei der Erstellung der Wärmelieferverträge - Vorbereitung  zur rechtlichen Prüfung

o  Bewertung von Brennstofflieferverträgen/-angeboten

 

 

Folgende Fragen zum Energienutzungsplan werden von Herrn Conrad wie folgt beantwortet:

 

·        Für die wirtschaftlich sinnvollste Variante 4 (Hackschnitzel) ist eine Lagerkapazität von ca. 80 m³ erforderlich, die in der Mittelschule im Bereich der nicht mehr genutzten Elektroheizung untergebracht werden könnte.

·        Der Betrieb einer Hackschnitzelanlage ist auch deshalb die wirtschaftlichste Variante, da sich eine Verteuerung der Rohstoffpreise am geringsten auf die Gesamtkosten auswirkt.

 


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat nimmt die Ergebnisse des kommunalen Energienutzungsplanes zu Kenntnis. Die Thematik soll hinsichtlich einer Umsetzung zuerst in den Fraktionen und anschließend in einer der nächsten Sitzungen im Gremium beraten werden.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

20

Ja-Stimmen:

20

Nein-Stimmen:

0

 

 

Beschlussnummer:

763