Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Erstellung eines Energiekonzeptes,

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.02.2012   MGR/002/2012 
Beschluss:Kenntnis genommen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Herr Dipl.-Ing. (FH) Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik GmbH an der Hochschule Amberg-Weiden informiert über den aktuellen Bearbeitungsstand des Energiekonzeptes für den Markt Bad Abbach.

 

Er geht dabei auf folgende Punkte ein, wobei sich alle Zahlen auf das Jahr 2010 beziehen (aktuellere Daten liegen noch nicht vor):

  • Der Bestand der Wohngebäude hat sich in den letzten 20 Jahren von 1.744 auf 2.757 erhöht.

  • Der Energieverbrauch für Wärme und Elektrizität wurde auf zwei Verbraucher-gruppen – private Haushalte und Gewerbe – und – kommunale und öffentliche Liegenschaften –  aufgeteilt.

  • Die benötigten Daten wurden von der REWAG (Elektrizität und Gas), der E.ON Bayern, dem zuständigen Kaminkehrer, der sehr gutes Datenmaterial zur Verfügung gestellt hat, dem Markt Bad Abbach und von offiziellen Datenerhebungsstellen abgefragt.

  • Der gesamte thermische Energiebedarf von privaten Haushalten und dem Gewerbe liegt bei 83.886.000 kW/h, der Bedarf der kommunalen und öffentlichen Liegenschaften bei 14.249.000 kW/h. Der Gesamtverbrauch liegt somit bei 98.135.000 kW/h.

  • Der gesamte Stromverbrauch liegt bei 32.744.000 kW/h, die sich auf die privaten Haushalte und Gewerbe mit 26.112.000 kW/h, die Straßenbeleuchtung mit 626.000 kW/h und die kommunalen und öffentlichen Liegenschaften mit 6.006.000 kW/h aufteilen.

 

  • Bei der Straßenbeleuchtung konnte mit der teilweisen Umstellung auf Natriumleuchten und LED-Leuchten bereits eine Einsparung in den letzten drei Jahren in Höhe von 68.567 kW/h erreicht werden.

  • Die erneuerbaren Energien stellen sich derzeit wie folgt dar:
    EEG Anlagen:          379     (4.961 kW/h)
    KWK Anlagen:             5         (296 kW/h)

  • Die CO2-Emmissionen liegen derzeit bei 41.500 t p.a. (ohne Verkehr).

  • Zurzeit ergeben sich im ersten Entwurf des Wärmekatasters zwei Bereiche, für die eine Fernwärmeversorgung wohl auch wirtschaftlich sinnvoll wäre:

    – Bereich der Schulen – Dr.-Franz-Schmitz-Straße und Carl-Heindl-Straße

    – Kaisertherme – Asklepios-Kliniken (Fachkrankenhaus, Rehaklinik) – Kurhaus

  • Die nächsten Schritte sind:
    • Dimensionierung von ökologisch und ökonomisch sinnvollen Energie-versorgungsvarianten in den möglichen Nahwärmeverbundnetzen.

    • Fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der einzelnen Energiever-sorgungsvarianten in Anlehnung an die VDI 2067.

    • CO2-Minderungspotentiale.

    • Ausarbeitung der Angebotspotentiale an Erneuerbaren Energien                   im Gemeindegebiet:

      • Biomasse (Holz, Abfallbiomasse, Biogas, Pflanzenöl)
      • Wasserkraft
      • Fotovoltaik (Dachanlagen, Konversionsflächen und sonstige Flächen) – die Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage bei Saalhaupt sei sehr sinnvoll. Diese Aussage könne bereits zum jetzigen Zeitpunkt getroffen werden.
      • Solarthermie
      • Geothermie

 

In der Diskussion werden folgende Fragen beantwortet:

 

  • Es handelt sich bei der Untersuchung nicht um ein Klimaschutzkonzept. Der Schwerpunkt liegt bei der Ermittlung der Grundlagen für einen Wärmeverbund.

  • Die Dämmungen der einzelnen Gebäude sei nicht Inhalt des Auftrages – wenn dies mit untersucht werden solle, müsste ein „Energienutzungsplan“ erstellt werden, der separat zu beauftragen sei.

  • Die Anlieger der nun vorgesehenen beiden Fernwärmeverbund-Gebiete werden mit einem Fragebogen unter anderem wegen künftig angedachter Dämm-Maßnahmen befragt, um die Wärmenetze entsprechend auslegen zu können.

  • Die Einbindung von Neubaugebieten sei nicht sinnvoll, da der Energiebedarf für ein Wärmenetz auf Grund der Verwendung neuester Techniken eher gering einzustufen ist und damit die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei.

  • Die noch fehlenden Aussagen zur Nutzung der Windkraft werden erst später getroffen, da diese noch nicht abschließend bearbeitet worden sind.

  • Bei einem evtl. angedachten Blockheizkraftwerk sollte darauf geachtet werden, dass nur trockene Hackschnitzel verwendet werden, da feuchte Hackschnitzel zu einem unwirtschaftlichen Betrieb beitragen.

 


 

Der Marktgemeinderat nimmt den Sachstandsbericht zur Kenntnis. Eine Abstimmung ist nicht erforderlich.

Allen Marktgemeinderatsmitgliedern werden die Unterlagen per E-Mail oder bei Fehlen einer E-Mail-Adresse schriftlich zur Verfügung gestellt.