Tagesordnungspunkt

TOP Ö 7: Betrieb des Tiergeheges im Bereich des Kurparks

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.02.2012   MGR/002/2012 
Beschluss:geändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 19, Nein: 5
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss Nr. 614 vom 27.09.2011 wurde entschieden, dass für die Betreuung des Tiergeheges der bestehende Vertrag mit den Herren Brunner und Wagner aufgelöst wird.

 

Frau Christine Stolte wurde zur Betreuung des Tiergeheges mit 19,5 Stunden wöchentlich eingestellt.

 

Herr Willi Stolte sollte – wie auch mit ihm besprochen – im Urlaubs- und Krankheitsfall die Vertretung für seine Gattin auf ehrenamtlicher Basis übernehmen.

 

In den letzten Wochen wurde deutlich, dass dies wohl so nicht funktionieren wird. Um auf Dauer einen ordnungsgemäßen Betrieb im bisherigen Rahmen gewährleisten zu können, ist die Einstellung einer weiteren Kraft dringend notwendig.

 

Bei dieser Gelegenheit wird das Gremium über die seit September 2011 aufgelaufenen Kosten informiert:

 

Personalkosten:                                                                                                           5.340,17 €

Ausrüstungsgegenstände                                                                                             110,87 €

Tierarzt                                                                                                                               648,92 €

Futter, Wasser etc.                                                                                                       1.369,92 €

Container, Baumfällarbeiten etc.                                                                              2.784,00 €

Unterstellhaus, Zaunanlage                                                                                      6.256,97 €

Summe Stand 17.02.2012                                                                                       16.510,85 €

 

 

Folgende Varianten für das Tiergehege kommen in Betracht:

 

1. Betrieb des Geheges im bisherigen Umfang

 

Durch die ehemaligen Betreiber, die Herren Brunner und Wagner, wurde ein Streichelzoo mit entsprechenden Öffnungszeiten eingeführt. Weiterhin wurden mehrere zusätzliche Tierarten, wie Mufflons, Kamerunschafe, Ponys, Kaninchen, Gänse, Enten, Esel und Damwild, aufgenommen.

 

Die Betreuung des Geheges in dieser Form wird lt. vorsichtigen Schätzungen wohl noch folgende jährliche Unterhaltskosten aufwerfen:

 

Personalkosten – bei zwei Personen mit je 15 h/Woche                                   35.000,00 €

Unterhaltskosten (Tierarzt, Hufschmied, Futter, Wasser, Ausrüstung)            10.000,00 €

Summe:                                                                                                                       45.000,00 €

 

Im Übrigen muss man davon ausgehen, dass der Finanzbedarf für die Reparatur und den Ersatz von Ställen und Unterständen, die Errichtung und Erneuerung der Zäune, das Fällen von Bäumen usw. ca. 25.000,00 €/jährlich betragen wird.

 

Die Erfahrung der letzten Monate hat gezeigt, dass die Anforderungen an das Tiergehege auch von Seiten der Aufsichtsbehörden immer höher angesiedelt werden.

 

Somit muss man wohl von jährlichen Kosten in Höhe von insgesamt ca. 70.000,00 € ausgehen.

 

2. Umstellung des Geheges auf ein „Wildtiergehege“

 

Auf dieser Basis wurde das Tiergehege über Jahrzehnte betrieben. Durch die Reduzierung der Artenvielfalt könnte der Aufwand für den Betrieb des Geheges deutlich zurückgeschraubt werden.

 

Bei einer Umstellung würde der bisher betriebene Streichelzoo entfallen und der Aufenthalt im Innenbereich des Geheges für Besucher nicht mehr möglich sein.

 

Auf dieser Basis wäre auch die Abgabe des Betriebes an einen geeigneten Jäger o.ä. möglich. Denkbar wäre hier eine ähnliche Lösung wie im Jahr 2007 – allerdings beschränkt auf die Nutzung als „Wildtiergehege“.

 

3. Schließung des Tiergeheges

 

Der Betrieb des Tiergeheges stellt nach den Vorschriften der Gemeindeordnung eine freiwillige Leistung dar. Auf Grund der finanziellen Situation des Marktes Bad Abbach würde durch die Schließung des Geheges und eine Einbindung des Bereiches in den Kurpark auf Dauer wohl die kostengünstigste Lösung darstellen.

 

In der lebhaften Diskussion werden folgende Themen angesprochen:

 

  • Die Sanierungsarbeiten seien auf den Investitionsstau der letzten Jahre zurückzuführen.

  • Die Höhe der Personalkosten erscheine nicht realistisch. Man könne mit einer zusätzlichen 400,00 € Kraft die Ausfallzeiten ausgleichen.

    Dem wird entgegnet, dass diese Kosten sehr wohl realistisch seien, da man sieben Tage in der Woche die Betreuung sicherstellen müsse und somit Zuschläge u.a. für Wochenendarbeit gezahlt werden müssten.

  • Die mit angeführten Baumfällarbeiten seien „Sowieso-Kosten“, die auch ohne den Betrieb des Tiergeheges angefallen wären.

  • Der Bauhof könne zu bestimmten Arbeiten im Tiergehege eingebunden werden. Hierbei würden keine übermäßigen Kosten anfallen.

  • Der Betrieb des Tiergeheges sei eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Die anfallenden Kosten seien angesichts der angespannten Haushaltslage des Marktes Bad Abbach nicht vertretbar.

    Weiterhin betreibe keine Kommune in der Größenordnung des Marktes Bad Abbach ein Tiergehege. Dies ist mit Sicherheit auch auf die anfallenden Kosten zurückzuführen.

  • Für den Betrieb des Tiergeheges sei in Zusammenarbeit von Kurverwaltung und Frau Marktgemeinderätin Sieglinde Wasöhrl bereits ein Konzept erarbeitet worden.

  • Das Tiergehege muss bestehen bleiben. Das notwendige Konzept solle jedoch auf einen wirtschaftlichen Betrieb abgestellt werden.

  • Es wird darauf hingewiesen, dass die Auflagen der „Aufsichtsbehörden“ immer

schwerwiegender werden. Dies verursache weitere Kosten.

  • Der Betrieb als Wildtiergehege würde jährliche Kosten in Höhe von ca. 20.000,00 € verursachen. Ein entsprechendes mündliches Angebot eines Interessenten liege hierzu vor.
    In diesen Kosten seien jedoch notwendige Investitionsmaßnahmen nicht enthalten, die eigens geregelt werden müssten.

  • Eine Zusammenarbeit mit dem Asklepios Klinikum, der Familie Nüßle, die im Anschluss an das Tiergehege eine Gaststätte mit Pension errichten möchte, könne zu einer besseren Finanzierung beitragen. Weiterhin könne ein Freundeskreis gegründet werden.

  • Denkbar sei auch eine Reduzierung auf einen kleinen Streichelzoo.

 


Beschluss:

 

Der Marktgemeinderat beschließt, eine Arbeitsgruppe „Tiergehege“ einzusetzen, die bis zur Marktgemeinderatssitzung im Mai 2012 ein entsprechendes Konzept erarbeiten solle. Jede Fraktion sollte hierzu mindestens einen Vertreter benennen.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

24

Ja-Stimmen:

19

Nein-Stimmen:

5

 

 

Beschlussnummer:

664