Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Situationsbericht über den Zustand der Bräukeller in der Kochstraße

BezeichnungInhalt
Sitzung:31.01.2012   MGR/001/2012 
Beschluss:Kenntnis genommen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Bürgermeister Wachs erteilt Herrn Lothar Stephan vom Baugrundinstitut Stephan, Bad Abbach, und Herrn Erwin Drexler vom Ing.-Büro für Statik und Baukonstruktion Drexler + Baumruck, Straubing, das Wort.

 

Der Marktgemeinderat wird über die Vorgehensweise und die Ergebnisse informiert:

 

  • Vom Ing.-Büro Harbauer wurde ein Bestandsplan der Keller und der Stützmauern erstellt.

  • Verschiedene Bohrungen wurden in die Stützmauer und die Keller eingebracht. Weiter wurden Bodensondierungen durch Schürfungen durchgeführt.

  • Weitergehende Ermittlungen wegen des Zustandes der Kellergewölbe an sich wurden noch nicht durchgeführt. Hierzu sind weitere Untersuchungen hinsichtlich der statischen Verhältnisse erforderlich. Die Sanierungskosten für die Kellergewölbe richten sich nach der späteren Nutzung, die derzeit noch nicht feststehe.

  • Es sind auf jeden Fall Sicherungsmaßnahmen erforderlich, wenn der nach Abbruch der Bebauung jetzt bestehende Zustand fortbestehen soll. Die Gesamtstabilität des Hanges ist nach den Berechnungen gegeben.

  • Die Stützwirkung lokaler Wandabschnitte kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand haben die Stützwände weder ein ausreichendes Eigengewicht, noch eine die Standsicherheit sicherstellende Form. Zudem konnten mit den Bohrungen keine Bewehrungen nachgewiesen werden.

  • Die Stützwände sind als labil einzustufen. Die im „Einzugsbereich“ der Stützmauer stehenden Bäume stellen eine zusätzliche Gefährdung dar und müssen daher entfernt werden.

 

 

Folgende Varianten der notwendigen Arbeiten sind möglich:

  1. Istzustand auf bestehendem Geländeniveau

    Variante 1 sieht eine Rückverankerung der Stützmauer mit einer Ankerlage vor. Die Krafteinleitung vom Anker in die zu sichernde Wand kann entweder über einen StahlbetonkopfbaIken oder eine vorgesetzte Stahlbetonstützmauer erfolgen.

    • Kostenschätzung Var. 1a (Kopfbalken) – netto 38.000,00 €

    • Kostenschätzung Var. 1b (Flächige Betonwand) – netto 55.000,00 €


  2. Endzustand höhengleich Kochstraße

    Die besten Voraussetzungen für eine spätere Bebauung dürfte ein möglichst einheitliches, mit der Kochstraße höhengleiches Gelände bis zum Fuß der bestehenden Stützmauern bieten. Dazu wird ein Geländeabtrag vor den Stützwänden erforderlich, der sowohl die lokale Standsicherheit der Stützwände, als auch die Gesamtstabilität des Hanges beeinflusst. Von einem flächigen Aushub ist ein Teilbereich neben der nördlichen Nachbarbebauung auszunehmen, da dort eine Stützberme etwa in Höhe der jetzt bestehenden Auffüllung erhalten bleiben muss. Gegenüber Variante I (der Sicherung des Ist-Zustandes) werden zusätzliche Rückverankerungen erforderlich, da die Abstützung des Wandfußes entfernt wird. Zur überschlägigen Massenermittlung wurden durch das BGI entsprechende Standsicherheitsuntersuchungen durchgeführt.

    • Kostenschätzung Var. 2 (höhengleich Kochstraße) – netto 89.000,00 €



  1. Hangprofilierung

    Diese technisch einfachste, wirtschaftlichste und gleichzeitig dauerhafteste Sicherung des Geländes und der gesamten Hangsituation besteht in einem Abflachen des Hanges in Verbindung mit einem Abbruch der Betonstützwände (Bereiche A - C). Die vorderen Gewölbekeller K1, K3 + K5 sind dabei ebenfalls abzubrechen, können aber durch neue Zugangsbauwerke ersetzt werden.

    • Kostenschätzung Var. 3 (Hangprofilierung) – netto 40.000,00 €

 

 

Aus dem Gremium gestellte Fragen werden wie folgt beantwortet:

 

  • Auf Nachfrage wird vom Statiker Erwin Drexler mitgeteilt, dass Kosten für die Kellersanierung noch nicht ermittelt werden konnten, da eine statische Berechnung der Keller noch nicht erfolgt sei. Es werde jedoch vermutet, dass auf Grund des Zustandes der Keller keine weiteren Kosten anfallen werden. Für das südliche Zugangsbauwerk müsse jedoch noch ein Standsicherheitsnachweis erbracht werden. Für die beiden nördlich gelegenen Zugänge stehe ja bereits fest, dass diese einsturzgefährdet sind.

  • Die künftige Nutzung der Keller stehe derzeit noch nicht fest. Auf Grund des Zustandes der Kellergewölbe erscheint eine Veräußerung nicht möglich. Falls die Kellergewölbe nicht verkauft werden, stellt sich unter anderem die Frage, ob die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten bei einer öffentlichen, nicht rentierlichen Nutzung im Zuge des Städtebauförderungsprogrammes möglich sind. Dies müsse mit der Regierung von Niederbayern noch abgestimmt werden.

  • Falls keine Maßnahmen getroffen werden und eine Abstützung der Mauern durch künftige Hauswände erfolgt, werden dadurch die zwei nördlichen Zugänge zugebaut. Eine Nutzung der Keller wird dadurch sehr erschwert, da dann keine weiteren Zu- bzw. Ausgänge (Notausgang etc.) mehr vorhanden sind und ggf. neu geschaffen werden müssen.


Der Marktgemeinderat nimmt den Situationsbericht zur Kenntnis. Die Verwaltung wird mit der Regierung von Niederbayern die Fördermöglichkeit für die Sanierung der Bräukeller und der Stützmauern im Rahmen der Städtebauförderung abklären.

Der Marktgemeinderat wird eine Ortsbesichtigung des Geländes und der Keller durchführen.