Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Vorstellung der Grundzüge des Energiekonzeptes für den Markt Bad Abbach

BezeichnungInhalt
Sitzung:25.10.2011   MGR/009/2011 
Beschluss:Kenntnis genommen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss Nr. 595 vom 26.07.2011 hat der Marktgemeinderat die Erstellung eines Energiekonzeptes beschlossen. Der Auftrag für die Erstellung des Konzeptes wurde nach Eingang des Zuwendungsbescheides am 01.09.2011 erteilt.

 

Herr Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik, Amberg, stellt dem Marktgemeinderat die Grundzüge des Energiekonzeptes mit folgenden Inhalten vor:

 

Die Erstellung des Konzeptes gliedert sich in fünf Phasen:

 

  • Ermittlung der Energie- und CO2-Bilanz im Ist-Zustand / Situationsanalyse in der Kommune
    Die wichtigste und aufwändigste Phase ist die Ermittlung des Istzustandes, der für weitere Analysen so genau wie möglich erfasst werden muss. Dazu wurden alle Großverbraucher angeschrieben. Weiterhin wurde mit den Stromlieferanten und dem örtlichen Kaminkehrer Kontakt aufgenommen, damit belastbare Zahlen ermittelt werden können.

 

  • Ermittlung des Angebotspotentials an Erneuerbaren Energien im Gemeindegebiet
    Hier werden die einzelnen möglichen Energieträger einer Analyse unterzogen, soweit diese im Gemeindegebiet eingesetzt werden können (Windkraft, Biomasse, Wasserkraft, Fotovoltaik, Solarthermie, Geothermie). Ziel ist es dabei, den Bestand zu ermitteln und ein Ausbaupotential aufzuzeigen.

 

  • Erstellung eines Wärmekatasters für Bad Abbach
    Auf Grund der Zahlen des Istzustandes wird die Dimensionierung/Prüfung möglicher Wärmeverbundnetze ermittelt.

 

  • Dimensionierung unterschiedlicher Versorgungskonzepte
    Auf Grund der Zahlen des Istzustandes wird die einzusetzende Technik nach ihrer Umsetzbarkeit berechnet. Dabei wird auf die einzelnen Phasen (Grundlast, Spitzenlast, Dauerlast) genau eingegangen, um die später einzusetzende Anlage richtig dimensionieren zu können.

 

  • Vollkostenrechnung / Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
    Für die einzelnen Möglichkeiten werden Kalkulationen durchgeführt, die als Ergebnis einen Preis in Cent/kWh darstellen, der als Entscheidungsgrundlage für weitere Überlegungen -auch für die Frage der Art und Organisation der Umsetzung- dient.

 

Bei der Ermittlung des Angebotspotentials wird von einem Anschlussgrad von ca. 60 % ausgegangen, wobei die örtlichen Verhältnisse (z.B. Anzahl der Anschließer je lfd. Meter Wärmenetz) berücksichtigt werden, um realistische Zahlen zu erhalten.

 

Es ist davon auszugehen, dass die Erstellung des Konzeptes gut sechs Monate in Anspruch nehmen wird.

 

Die im Rahmen der Diskussion sich ergebenden Fragen werden wie folgt beantwortet:

 

  • Die Finanzierung einer Umsetzung des Konzeptes wird bei einer Fremdfinanzierung von 100 % und einem Zinssatz von 4 % auf 20 Jahre berechnet.

  • Um eine Wirtschaftlichkeit der Anlage – unabhängig von der Technik – zu erreichen, ist immer die elektrische Effizienz mit einzubeziehen. Dies bedeutet, dass jede Anlage auch Elektrizität erzeugen muss, um wirtschaftlich betrieben werden zu können.

 


Der Marktgemeinderat nimmt die Vorstellung der Konzeption des Energiekonzeptes wohlwollend zur Kenntnis. Ein Beschluss wird dazu nicht gefasst.