Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Umrüstung der Kläranlage Bad Abbach,

BezeichnungInhalt
Sitzung:25.10.2011   MGR/009/2011 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 21, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

 

Der Markt Bad Abbach hat sich aufgrund der Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes Landshut um das vom Bayerischen Umweltministerium ausgelobte Pilotprojekt „Energetische Optimierung von kommunalen Kläranlagen durch Nachrüstung einer anaeroben Klärschlammbehandlung“ beworben.

 

Der Umrüstung von Kläranlagen bereits ab 10.000 EW Ausbaugröße von aerober auf anaerobe Klärschlammstabilisierung hat das Bayerische Umweltministerium im Rahmen seines Projektes „Kläranlage der Zukunft“ ein hohes Entwicklungspotential eingeräumt. Mit der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojekts durch eine bayerische Hochschule in Kooperation mit einem erfahrenen Ingenieurbüro, die das Umweltministerium finanzieren wird, ist eine qualifizierte Unterstützung der technischen Umsetzung gewährleistet.

 

Dem Markt Bad Abbach kann eine Förderung der zuwendungsfähigen Kosten für die Nachrüstung der erforderlichen Anlagen, wie in den Bewerbungsunterlagen ausgeführt, in Höhe von 50 % in Aussicht gestellt werden. Hierzu sollte der Markt zeitnah einen Zuwendungsantrag nach Nr. II.8 RZWas 2005 beim Wasserwirtschaftsamt Landshut stellen.

 

Die Vertreter des Büros Bauer Beratende Ingenieure GmbH, Regensburg (Herr Dr. Weigl, Herr Norgauer und Herr Christensen), erläutern dem Gremium die Einzelheiten der vorgesehenen Maßnahmen.

 

Die Kläranlage hat derzeit folgenden Zustand:

 

  • Ausbaugröße 10.000 EW
  • Derzeitige Zulaufbelastung 13.000 EW
  • Probleme mit Sauerstoffeintrag
  • Ablaufwerte können nicht mehr sicher eingehalten werden
  • Prognose 2030: Zulaufbelastung 17.000 EW

 

Folgende Erweiterungsmöglichkeiten hat die Anlage:

 

         Erweiterung aerobe Schlammstabilisierung

        zusätzliches Belebungsbecken

         Erweiterung anaerobe Schlammstabilisierung

        Vorklärbecken

        Faulturm

        energetische Nutzung Faulgas

 

Die Erweiterungsmöglichkeiten wurden einem Kostenvergleich unterzogen, der sich wie folgt darstellt:

 

         Belebungsbecken wirtschaftlicher bei

        derzeitiger Belastung

        derzeitigem Strompreis

         Faulturm wirtschaftlicher bei

        steigender Belastung

        steigendem Strompreis

 

Nachdem davon auszugehen ist, dass sich die Belastung der Anlage auf Dauer erhöhen und auch der Strompreis sich wohl deutlich verteuern wird, ist die Errichtung eines Faulturms, also eine anaerobe Vorklärung, wirtschaftlicher.

 

Auf dieser Basis wurde dem Wasserwirtschaftsamt eine Interessenbekundung mit folgenden Inhalten vorgelegt:

 

         Ausbau gemäß Anforderungen Pilotprojekt

        160 m³ Vorklärbecken

        700 m³ Faulbehälter

        230 m³ Gasspeicher

        Blockheizkraftwerk mit 35 kW Leistung el.

         Außerhalb Pilotprojekt

        Erneuerung Belüftung Belebungsbecken

        optional: Schlammentwässerung

 

Mit folgenden Kosten ist lt. vorläufiger Kostenschätzung zu rechnen:

 

         Investitionskosten 1.400.000,- € brutto,

         davon 1.070.000,- € zuwendungsfähige Kosten im Rahmen des Pilotprojektes.

         Die Höhe der vorgenannten Kosten ist auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Entwurfsplanung noch unsicher.

          

In der Diskussion wird Folgendes angesprochen:

 

  • Die Gespräche hinsichtlich der Sanierung der Kläranlage laufen seit ca. einem Jahr.

  • Es wird kritisiert, dass der Marktgemeinderat über die Teilnahme am Auswahlverfahren für das Pilotprojekt nicht informiert worden sei.

  • Es wird angeregt, die anfallende Wärme für das Inselbad zu nutzen.

  • Das enthaltene Blockheizkraftwerk kann bei 35 kW/h nicht das ganze Jahr Elektrizität erzeugen, da wohl nicht genug Gas über das ganze Jahr gewonnen werden kann.

  • Das Schlammtrocknungskonzept (Trockensubstanz dann ca. 80 %) im Landkreis Kelheim ist durch die Sanierung nicht betroffen, da in Bad Abbach nur eine Entwässerung des Schlamms angedacht sei (Trockensubstanz dann ca. 25 %). Eine Trocknung in Bad Abbach wäre nicht wirtschaftlich.

  • Auf Grund der Sanierung und Erweiterung der Kläranlage ist eine Globalberechnung – also eine neue Kalkulation der Beitragssätze für die Herstellungsbeiträge und eine neue Kalkulation der Gebühren notwendig. Auch die Auswirkungen auf den Haushalt durch die doch hohen Investitionskosten, die im Jahr 2012 anfallen werden, müssen berücksichtigt werden.

  • Die Zusammenfassung der Schlammentwässerung mit der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Lengfeld/Teugn ist nur dann wirtschaftlich, wenn der anfallende Nass-Schlamm der Kläranlage in Lengfeld per LKW nach Bad Abbach transportiert wird.

Beschluss:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, den notwendigen Zuwendungsantrag nach Nr. II.8 RZWas 2005 beim Wasserwirtschaftsamt Landshut zu stellen.

 


Abstimmungsergebnis:

 

Anwesend:

21

Ja-Stimmen:

21

Nein-Stimmen:

0

 

 

Beschlussnummer:

618

 

Die Herren Marktgemeinderäte Erich Wagner, Ralph Post und Gerhard Weinzierl sind zum Zeitpunkt der Abstimmung nicht im Sitzungssaal.